Biofeedback Training und Therapie

schwaechen1Biofeedback ist eine empirisch hervorragend fundierte, wirksame Behandlungsmethode, um über einen psychischen Zugang körperliche Funktionen und Krankheiten zu beeinflussen. Der Ansatz erfährt - vor allem in den USA - eine zunehmende Popularität. Sowohl für das seelische als auch für das körperliche Wohlbefinden ergeben sich damit neue Chancen.
Bei Biofeedback werden Körperfunktionen wie die Herzfrequenz, die Muskelspannung oder die Durchblutung mit geeigneten Geräten gemessen [siehe Abb.1] und rückgemeldet. Dadurch können die Veränderungen im eigenen Körper von Moment zu Moment wahrgenommen werden. Die Rückmeldung (‚Feedback') erfolgt über einen Computerbildschirm und ermöglicht diese Funktionen unter willentliche Kontrolle zu bringen. Im Verlauf einer Behandlung gelingt es immer besser, die durch das Biofeedback erworbene Fertigkeiten jederzeit auch ohne Gerät anzuwenden. Biofeedback ist somit ein Lernen von Körperwahrnehmungen, Selbstkontrolle und Selbstheilung.

Biofeedback Training und Therapie:
Durch den Einsatz modernster Biofeedbacktechnologien wurden erfolgreiche Ergebnisse bei folgenden Anwendungsbereichen erzielt:

Stressmanagement: 

  • Lernen einer in Sekunden wirkenden Entspannung durch richtiges Atmen (Manager, Lehrende, Sportler)
  • Selbstständiges Durchspielen (ohne Therapeut !) von realen Angst- bzw. Stressauslösenden Situationen (mittels Videos, Photos), um effektive Abwehrstrategien zu entwickeln
  • Durchführung von Stresstests um den Stresstyp festzustellen
  • Exposition in sensu: Übereinstimmung von subjektiver Selbsteinschätzung physiologischer Parameter und deren objektive Werte; bei hoher Diskrepanz (z.B. zwischen gemessenen und geschätzten Puls; subjektiv entsteht das Gefühl, das Herz ‚zerspringt' bereits), was sich manchmal in Angst/Sorge vor lebensbedrohender Krankheiten ausdrücken kann, wird ein effektives Selbsteinschätzungstraining durchgeführt


Sportpsychologie:  

  • Entdeckung und Behandlung von ‚Trainingsweltmeistern': Im Training werden Höchstleistungen erbracht, die aber im Wettkampf nicht umgesetzt werden können (z.B. ‚Ladehemmung' von Fußballern, welche im Training keinerlei solche Probleme zeigen)
  • Risikotypen-Analyse und -therapie; Risikotyp I: zu starke Nervosität VOR dem eigentlichen Stressor (Elfmeter, Startschuss, …). Risikotyp II: Stressabbau nach Stressor (verschossener Elfmeter, selbstverschuldetes Tor, Fehler beim Schilauf,..) erfolgt zu langsam, die betroffenen Person bleibt äußerst fehleranfällig (z.B. im Fußball) oder scheidet aus dem Wettkampf aus (z.B. beim Schilauf, wegen gedanklichen ‚Hängenbleibens' am kurz zuvor gemachten Fehler)


Therapie klinischer Symptome:  

  • Kopfschmerz (Migräne, Spannungskopfschmerz)
  • chronische Rückenschmerzen
  • psychosomatische Störungen
  • Angststörungen (Phobien)
  • Muskelverspannung
  • Morbus Raynaud (dauernd kalte Hände)
  • Inkontinenz

schwaechen3Wie lange dauert eine Biofeedbackbehandlung?
Die Dauer einer Behandlung bzw. eines Trainings hängt von der Erkrankung ab, die behandelt werden soll. Die meisten Schmerzsyndrome wie Migräne, Spannungskopfschmerz oder Rückenschmerz, aber auch Angststörungen und Inkontinenz können in 10-15 Sitzungen behandelt werden. Anwendungen in der Sportpsychologie dauern im Schnitt 10 Sitzungen, die Feststellung von Risikotypen kann innerhalb einer Sitzung abgeklärt werden.

Exkurs Biofeedback und Sportpsychologie:Biofeedback ist eine empirisch hervorragend fundierte, wirksame Behandlungsmethode, um über einen psychischen Zugang körperliche Funktionen und Krankheiten zu beeinflussen. Der Ansatz erfährt - vor allem in den USA - eine zunehmende Popularität. Sowohl für das seelische als auch für das körperliche Wohlbefinden ergeben sich damit neue Chancen.

Bei Biofeedback werden Körperfunktionen wie die Herzfrequenz, die Muskelspannung oder die Durchblutung mit geeigneten Geräten gemessen und rückgemeldet. Dadurch können die Veränderungen im eigenen Körper von Moment zu Moment wahrgenommen werden. Die Rückmeldung (‚Feedback') erfolgt über einen Computerbildschirm und ermöglicht diese Funktionen unter willentliche Kontrolle zu bringen. Im Verlauf einer Behandlung gelingt es immer besser, die durch das Biofeedback erworbene Fertigkeiten jederzeit auch ohne Gerät anzuwenden. Biofeedback ist somit ein Lernen von Körperwahrnehmungen, Selbstkontrolle und Selbstheilung. Rückmeldung der einzelnen physiologischen Parameter (Puls, Hautleitwert, Muskelspannung, Atmung,..)

Das primäre Ziel der Anwendung von Biofeedback und anderen psychoregulativen Verfahren ist die psychische Stabilisation des Sportlers bei Wettkämpfen. Die Befähigung des Sportlers zu aktiver Selbstregulation, wie sie das Biofeedback-Verfahren ermöglicht, beinhaltet die Möglichkeit, Kontrolle über sich auszuüben, um somit eine Leistungssteigerung zu erzielen. (vgl. Christen 1986. S. 32)

Biofeedback ist ein Mittel, durch das wir die Kontrolle über unseren Körper und seinen "Inneren" erlangen können. Biofeedback kann uns helfen, unser "Inneres" zu verstehen und die Prozesse, durch die wir es unter Kontrolle bekommen können, zu erlernen. Dieses Wissen über unseren Körper wird immer das intimste und vielleicht auch das bedrohlichste Wissen sein, über das die Menschheit je verfügen wird. Außerdem ist es wichtig, dass Biofeedback nicht mechanisch angewandt wird, das heißt ohne Berücksichtigung der Gesamtpersönlichkeit des "Patienten", seiner Psychodynamik, seiner Beziehung zum Therapeuten und seiner jeweiligen Lebensumstände. Es ist unmöglich, ein isoliertes Symptom wie z.B. Blutdruck oder Muskelspannung zu behandeln, wenn die persönliche Geschichte und der Lebensstil zu diesem Symptom beitragen. Weiters spielt das "Wollen" bei er Änderung körperlicher Prozesse durch Biofeedback eine wichtige Rolle. Es handelt sich hier um ein "passives Wollen", mit dem man häufig durch geistige Vorstellung vermittelt, welche Wirkung man auf den Körper wünscht. Wenn man dem Körper sagt, was er machen soll und es passiv geschehen lässt, kann der Körper oft entsprechend reagieren. (vgl. Sieveking, Anchor 1985, S. 157f)

Eine überlegene Psyche ist auch immer eine überlegene Physis, denn die Psyche gibt immer vor dem Körper auf."Die Erweiterung des menschlichen Bewusstseins ist identisch mit der Entwicklung neuer Kräfte und größerer Fähigkeiten".

Dieser überaus wertvollen Erkenntnis kann sich kein zeitgemäß denkender Leistungssportler mehr verschließen. Denn ebenso, wie der Körper zu größerer Leistungsfähigkeit trainiert wird, so soll auch das Bewusstsein durch Bewusstseinstraining zu einem erweiterten seelisch-geistigen Horizont und größerer Aktivität geführt werden, dass somit neue Energien freigesetzt werden können. Allerdings besteht ein prägnanter Unterschied - die körperlichen Möglichkeiten haben ihre Grenzen in den Rekorden, die Möglichkeiten des Bewusstseins aber sind grenzenlos. (vgl. Nauroth 1981, S. 4f)

Um sich in der steigenden Leistungsdichte im Spitzensport zu behaupten, wird sich kein zeitgemäß denkender Leistungssportler den geistigen Potentialen verschließen können. Der Athlet soll sich beraten lassen und sich für eine ihm günstige Methode entscheiden. Genauso wie bei der körperlichen Leistungsfähigkeit gibt es im mentalen Bereich unterschiedlich veranlagte Personen. Ein Leistungszuwachs im Sport durch ein regelmäßig gezielt durchgeführtes geistiges Training ist in den meisten Fällen zu erwarten. Ob man nun als Sieger oder als Verlierer den Platz verlässt, hängt neben den mentalen Fähigkeiten auch von anderen Faktoren ab.

Die Trainingslehre auf der körperlichen Ebene ist in Relation zur Trainingslehre auf der geistigen Ebene weitaus ausgereifter. Vor allem der kreative Teil des Gehirns scheint immer mehr vernachlässigt zu werden. In Zukunft wird man gut beraten sein, diese Potentiale mehr zu nutzen, um als Sportler und als Mensch neue Energien freizusetzen. Durch die bewusste Änderung der Hauttemperatur wird die Sonne zum Aufgehen gebracht.

schwaechen2Zusammenfassung:  

  • Entdeckung und Behandlung von ‚Trainingsweltmeistern': Im Training werden Höchstleistungen erbracht, die aber im Wettkampf nicht umgesetzt werden können (z.B. ‚Ladehemmung' von Fußballern, welche im Training keinerlei solche Probleme zeigen)   
  • Risikotypen-Analyse und -therapie; Risikotyp I: zu starke Nervosität vor dem eigentlichen Stressor (Elfmeter, Startschuss, …). Risikotyp II: Stressabbau nach Stressor (verschossener Elfmeter, selbstverschuldetes Tor, Fehler beim Schilauf,..) erfolgt zu langsam, die betroffenen Person bleibt äußerst fehleranfällig (z.B. im Fußball) oder scheidet aus dem Wettkampf aus (z.B. beim Schilauf, wegen gedanklichen ‚Hängenbleibens' am einem kurz zuvor gemachten Fehler)
  • Selbsterfahrung mit welchen physiologischen Parametern (Puls, Atmung, Muskelspannung) der Körper auf Belastungen reagiert; dies ist bei verschiedenen Menschen durchaus unterschiedlich [siehe Abb. 2]
  • Belastungstest    Lernen von effizienten und raschen Stressabbau durch richtiges Atmen: wirkt innerhalb von Sekunden! [siehe Abb. 3, zu Abb. 3: Diskrepanz von idealer Atemkurve (dünne Linie) und der derzeitigen Atemkurve (dicke Linie)   
  • Gezieltes Muskelaufbautraining nach Verletzungen, Muskelaufbautraining;
    Kalibrierungsfenster [siehe Abb. 4]

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